Sie tragen das Kostüm wie man eine Erinnerung und Traditionen trägt, reiten stolze Pferde, Weggefährtinnen mit weißen Fellen, und bestehen an ihrer Seite die Prüfungen, die das Schicksal auferlegt.
Mit Bändern, Spitze, Unterröcken, Tüchern, Westen, Hosen oder Hemden, gegen den Wind oder den Sümpfen entgegen, geben uns fünf zeitgenössische Amazonen einen Einblick in ihr Leben auf ihrem Land – von der Camargue bis zu den Ufern der Aude.
Intime Erzählungen entstehen durch das Textile, in der Fülle von Mustern, Schnitten, Texturen, Symbolen und Erinnerungen. Kleidung und Ausdrucksformen, die Körper und Identitäten formen, oft von ihren eigenen Händen genäht, manchmal von Generation zu Generation weitergegeben.
Diese Frauen sind Erbinnen einer Linie, die Jahrtausende durchzieht. In ihren Regeln wie in ihrer Freiheit offenbaren sie eine Welt in Bewegung, ein inneres Territorium, in dem nur sie selbst die Zügel in der Hand halten
„Cavalcade“ ist ein chorisches Video- und Fotowerk an der Grenze zwischen Performance und Dokumentation, das fünf Zeugnisse von Reiterinnen versammelt, die im Damensitz reiten. Als Porträts in der Anhäufung von Kleidung, Objekten und Erinnerungen ist „Cavalcade“ ein Eintauchen in die Materie und in die Intimität dieser lebendigen Tradition.